73 Traumgesicht.mp3

 
 

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Traumgesicht


Dürer dokumentiert einen seiner Albträume. 30 x 42,5 cm, Aquarell und Tinte auf Papier, Kunsthistorisches Museum, Wien

Im 1525 Jor nach dem pfinxstag zwischen dem Mitwoch und pfintzdag in der nacht im schlaff hab ich dis gesicht gesehen wy fill großer wassern vom himmell fillen Und das erst traff das erthrich ungefer 4 meill fan mir mit einer solchen grausamkeitt mit einem uber großem raüschn und zersprützn und ertrenckett das gannz lant In solchem erschrack ich so gar schwerlich das ich doran erwachett edan dy andern wasser filn
Und dy wasser dy do filn dy waren fast gros und der fill ettliche weit etliche neher und sy kamen so hoch herab das sy im gedancken gleich langsam filn. aber do das erst wasser das das ertrich traff schir herbey kam do fill es mit einer solchen geschwindigkeit wynt und braüsen das ich also erschrack do ich erwacht das mir all mein leichnam zitrett und lang nit recht zu mir selbs kam Aber do ich am morgn auff stund molet ich hy oben wy ichs gesehen hett. Got wende alle ding zu besten

Albrecht Dürer


Ich habe versucht, den Gefühlen und Ängsten, die Albträume oder Visionen erwecken können,
ein musikalisches «Gesicht» zu geben.

Das Stück habe ich im Gedenken an den am 12. April 2017 verstorbenen Musiker Urs Brügger geschrieben.

Roger Faedi 
Basel, 16. April 2017